Vorsicht bei zeitverzögerter Dieselfortschreibung


Nachdem der durchschnittliche Dieselpreis in 2021 bereits um 26% und in 2022 um weitere 44% gestiegen ist, zeigen sich bei der Fortschreibung Probleme. Zwar wird sich der Unternehmer im laufenden Jahr über eine kräftige Nachzahlung freuen, jedoch kann die zeitverzögerte Ermittlung auf Basis des jeweiligen Vorjahres geradezu gefährlich für die Rentabilität werden.

Wer nämlich in 2023 weniger fährt als im Jahr 2022, wird die 44% Steigerung lediglich auf die verringerte Leistung ausbezahlt bekommen. Umgekehrt zählt derjenige mit im Folgejahr ausgeweiteten Verkehren zu den Glücklichen, die überproportional mehr Geld erhalten. Korrekt ist die Auszahlung der Preisgleitklausel nur bei genau gleicher Kilometerleistung in beiden Jahren.

Über die zu fahrenden Dienste hinaus hat das Jahr 2023 zwei Arbeitstage weniger als 2022. Ähnlich verhält es sich mit den Arbeitstagen der Lehrer (1). In einem Großteil der Bundesländer wird im Jahr 2022 an mehr Tagen gearbeitet als in 2023. Zwar dreht es sich »nur« um 0,5% bis 1% Leistungsrückgang, jedoch wird der Unternehmer auf dieser Summe bei nicht korrigierter Preisfortschreibung automatisch sitzenbleiben. Bei Dieselkosten von 250.000 € p.a. sind das immerhin 450 €. (2)

Im Grunde genommen geht es bei Leistungsschwankungen noch um viel mehr als die automatische Verschiebung bei den Schultagen. Wenn im Folgejahr weniger Dienste zu fahren sind, können bei den vorfinanzierten Treibstoffkosten unter dem Strich große Summen fehlen. Ein weiteres Dilemma ist, dass die Anpassung der Kostenanteile (Anteil der Treibstoffkosten an den Gesamtkosten) auch ohne die Änderung der gefahrenen Kilometer üblicherweise zu spät kommt. Bei korrekter Berechnung müsste man erstmal den zukünftigen Kostenanteil berechnen und erst dann auf dieser Grundlage die Treibstoffkosten fortschreiben. Wenn während dem Jahresverlauf 2022 aus 15% Dieselanteil 25% werden, muss sich die Kostenfortschreibung bereits heute auf die 25% beziehen!

Unser Rat: Ganz so einfach ist die korrekte Preisfortschreibung nicht. So mancher Auftraggeber wird versuchen, sich der Diskussion zu entziehen. Zudem sind die Fahrpläne des kommenden Schuljahres noch gar nicht bekannt. Dennoch sollten Sie sich frühzeitig um die Korrektur Ihrer Preisfortschreibung kümmern. Schließlich ist es hinterher immer schwieriger, eine Anpassung zu erzielen, wenn das Kind sozusagen in den Brunnen gefallen ist. Gerne unterstützen wir Sie bei der Ausarbeitung eines Vorschlags zur Anpassung Ihrer Dieselfortschreibung. (Autor: Hagen Wendlandt; Foto: S. Glinski)

(1)    https://www.schnelle-online.info/Arbeitstage-Lehrer.html
(2)    250.000 € * 1% * (44%-26%) = 450 €

09.09.2022

Adblue ohne Embargo

Moderne Dieselmotoren lassen sich ohne Adblue nicht starten. (Foto: Martin Wendlandt)

In der Überschrift fehlt das Wort »noch«, denn das kann sich schnell ändern. Der Import russischen Harnstoffs fällt nicht unter die Embargoregeln. Davon macht die BASF bislang regen Gebrauch und vermutlich gute Ergebnisse. Auf Russland sollte man sich aber nicht verlassen.

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Kat: Fuhrpark, Top-News
29.06.2022

GfK-Index auf Rekordtief

Angesichts des schlechten GfK-Index ist es wichtig zu rechnen und zu planen: Welche Leistungen, Einnahmen könnten sich wie entwickeln, welche Kosten wie steigen? (Foto: Martin Wendlandt)

In allen Medien hört und liest man vom historisch schlechten Konsumklima in Deutschland. Die GfK ist das größte deutsche Marktforschungsinstitut und weltweit die Nummer fünf. In repräsentativen Befragungen wird bei ca. 2000 Menschen die Erwartung zu Konjunktur, Einkommen und Anschaffungsneigung ermittelt. Die Lebenshaltungskosten, die Inflation und auch die Unsicherheit vor allem im Mittelstand drücken massiv auf die Stimmung.

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Kat: Markt, Top-News
03.06.2022

Rohölpreise und deutsche Dieselpreise

Rohölpreis am 2. Juni, Stand vor der OPEC-Sitzung (Grafik: Tecson)

Wenn man beobachtet, wie die Welthandelsordnung ins Wanken gerät, wirken die beschlossenen Maßnahmen der Bundesregierung geradezu dilettantisch. Die großen Mineralölkonzerne erhöhten vor dem 1. Juni schrittweise die Tankstellenpreise, um dann die Preise um einen Teil der Steuersenkung ab 1. Juni zu reduzieren. Welch ein Jubel bei den Laienspielern in der FDP, weil Bürger sich angeblich freuen.

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Kat: Kraftstoffe, Top-News
03.06.2022

Photovoltaik gezielt einsetzen

Solarpanels auf einem Bus der Münchner MVG (Foto: Sono Motors)

Erfreulicherweise gibt es zunehmend Photovoltaik-Anlagen für Dachflächen von Nutzfahrzeugen. Dies ist nicht nur für Elektrofahrzeuge, sondern auch bei Dieselantrieben zur Verbrauchsminderung denkbar. Die Stadtwerke München wollen mit Solarzellen auf Busdächern 2500 Liter Diesel pro Fahrzeug und Jahr einsparen (1).

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Kat: Fuhrpark, Top-News
26.04.2022

Strategie in Zeiten des Klimawandels

Foto: Pixabay

Was unter Permafrostböden lauert, dürfte die Menschheit angesichts des weltweit beobachteten Tauvorgangs noch lange beschäftigen. Unmengen von klimaschädlichen Gasen, wohl auch längst vergessene Krankheitserreger, werden freigesetzt (siehe ebenso Grüner Renner 12/2020).

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Kat: Unternehmensführung, Top-News

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