GfK-Index auf Rekordtief


In allen Medien hört und liest man vom historisch schlechten Konsumklima in Deutschland. Die GfK ist das größte deutsche Marktforschungsinstitut und weltweit die Nummer fünf. In repräsentativen Befragungen wird bei ca. 2000 Menschen die Erwartung zu Konjunktur, Einkommen und Anschaffungsneigung ermittelt. Die Lebenshaltungskosten, die Inflation und auch die Unsicherheit vor allem im Mittelstand drücken massiv auf die Stimmung.

Wer weiß denn zum Beispiel, ob der größte deutsche Gasverbraucher, die BASF, im Winter schließen muss und damit nicht nur Zehntausende ihren Job verlieren, sondern auch die deutsche Industrie auf tausende Vorprodukte verzichten muss? Ganze Industrie-Zweige sind betroffen, wenn nicht nur weniger, sondern gar kein Gas aus Russland geliefert wird. Die Inflation ist nur eine Seite der Medaille. Wenn ein Haushalt im Jahr mehrere tausend Euro für Energie, Gas, Strom, Heizöl und Benzin ausgeben muss, wie soll da Konsumlaune aufkommen?

Ist denn die Inflation nur ein Ergebnis von Putins Drehen am Gashahn? Schon vor Beginn des Krieges lag doch die Inflationsrate bei 5 Prozent, vor allem weil der Euro wegen der Geldpolitik der EZB schwach, die Lieferketten und Produktion auch durch Corona erheblich gestört, und die Politik der neuen Regierung mehr ideologisch als wirtschaftlich geprägt war und ist. Wie verfehlt es ist, den Geldhahn immer nur aufzudrehen, sieht man am besten daran, dass es Busunternehmen gibt, die in der Corona-Zeit die besten Ergebnisse ihrer Firmengeschichte erwirtschaftet haben. Oder muss man sagen, geschenkt bekommen haben?

Glaubt man Wissenschaftlern wie Prof. Sinn, so gehen wir in mehrere Jahre des wirtschaftlichen Abschwungs. Die Gründe sollen nicht nur in der Inflation liegen, vielmehr gleich mehrfach sein. Da ist vornan der extreme Mangel an Arbeitskräften, insbesondere an Fachkräften. Auch Busunternehmer wissen ein Lied davon zu singen, vor allem wenn sie sich die Altersstruktur der Mitarbeiter ansehen und sich fragen, ob sie überhaupt an Ausschreibungen teilnehmen können oder nicht. Wie viele Mitarbeiter gehen in den nächsten fünf Jahre in Rente? Vorne mit damit ist die verfehlte Energiepolitik. Da will auch ein Industrieland auf Atomkraft und Kohle verzichten und setzt auf alternative Energie, deren Anteil z.B. in 2021 niedriger als höher geworden ist.

Wir schreiben diesen Artikel deshalb, weil Busunternehmer sich Gedanken über ihr Geschäftsmodell in der nahen Zukunft machen müssen. Die Frage ist, wie das Unternehmen von einer anhaltenden Rezession betroffen sein kann. Dass eine Rezession auch in Deutschland kommt, gilt unter Wirtschaftsexperten als sicher. Wir denken nicht nur an Busreiseveranstalter, sondern auch an die große Zahl von Linien- und Auftragsunternehmen. Wenn die Menschen Reallohnverluste ertragen müssen, werden sie sparen, wo immer es geht. Die Auftraggeber der Busunternehmen werden sparen müssen, weil öffentliche Unternehmen von Steuereinnahmen leben. Wenn die Unternehmen zum Beispiel keine Gewerbesteuer zahlen und die Anteile an der Einkommenssteuer geringer werden, fehlt das in der öffentlichen Kasse, von der kommunale Verkehrsunternehmen zum großen Teil leben.

Nein, nicht Panikmache ist angesagt. Es geht um Einschätzung der Zukunft. Wenn die GfK die Busunternehmen gefragt hätte, wäre das Ergebnis ähnlich ausgefallen wie bei den Konsumenten. Jeder Leser ist aufgerufen die Zukunft zu planen, in verschiedenen Szenarien. Welche Leistungen, Einnahmen könnten sich wie entwickeln, welche Kosten wie steigen? Augen vor der Zukunft verschließen, gilt nicht. (Artikel/Foto: Martin Wendlandt)

03.06.2022

Rohölpreise und deutsche Dieselpreise

Rohölpreis am 2. Juni, Stand vor der OPEC-Sitzung (Grafik: Tecson)

Wenn man beobachtet, wie die Welthandelsordnung ins Wanken gerät, wirken die beschlossenen Maßnahmen der Bundesregierung geradezu dilettantisch. Die großen Mineralölkonzerne erhöhten vor dem 1. Juni schrittweise die Tankstellenpreise, um dann die Preise um einen Teil der Steuersenkung ab 1. Juni zu reduzieren. Welch ein Jubel bei den Laienspielern in der FDP, weil Bürger sich angeblich freuen.

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Kat: Kraftstoffe, Top-News
03.06.2022

Photovoltaik gezielt einsetzen

Solarpanels auf einem Bus der Münchner MVG (Foto: Sono Motors)

Erfreulicherweise gibt es zunehmend Photovoltaik-Anlagen für Dachflächen von Nutzfahrzeugen. Dies ist nicht nur für Elektrofahrzeuge, sondern auch bei Dieselantrieben zur Verbrauchsminderung denkbar. Die Stadtwerke München wollen mit Solarzellen auf Busdächern 2500 Liter Diesel pro Fahrzeug und Jahr einsparen (1).

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Kat: Fuhrpark, Top-News
26.04.2022

Strategie in Zeiten des Klimawandels

Foto: Pixabay

Was unter Permafrostböden lauert, dürfte die Menschheit angesichts des weltweit beobachteten Tauvorgangs noch lange beschäftigen. Unmengen von klimaschädlichen Gasen, wohl auch längst vergessene Krankheitserreger, werden freigesetzt (siehe ebenso Grüner Renner 12/2020).

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Kat: Unternehmensführung, Top-News
26.04.2022

Der Krieg und die Inflation

Rote Armee Weltkrieg-Denkmal in Kiew (Foto: Pixabay)

Wer im Nachbarort in den Augen der Frauen und Kinder aus der Ukraine die Sorge und Unsicherheit sieht, erkennt, dass es die Träume von »Frieden schaffen ohne Waffen« in Europa heute ebenso wenig gibt, wie im Mittelalter oder auch vor 76 Jahren in Deutschland. Es braucht nicht viel, dass der Nato-Verteidigungsfall eintritt und auch wir im Krieg sind.

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Kat: Sonstige News, Top-News
13.04.2022

Was wird aus den Rohöl-Preisen?

Grafik: TECSON

Nach 130 $ pro Barrel am 9. März ist der Rohölpreis am 11. April unter 100 $ gerutscht. Am Folgetag hat er die Verluste vom Vortrag wieder aufgeholt. Der EU-Gipfel konnte sich nicht auf ein Embargo russischen Öls einigen.

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Kat: Kraftstoffe, Top-News

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